Österreich – Cobra schützt Dalai Lama, Politiker stehen Schlange
Mittwoch, 16.Mai 2012.
Der Dalai Lama kommt ganz privat nach Österreich - Trotzdem stehen Politiker Schlange, um ihn willkommen heißen zu dürfen HIV-Heimtest vor Zulassung in den USA
Mittwoch, 16.Mai 2012. Den Test für zuhause könnte es bald geben. In Österreich sind Schnelltests nur mit medizinischer Beratung möglich, so HIV-Experte Vetter.Mord im Wienerwald geklärt?
Mittwoch, 16.Mai 2012.
(Von Sn, Apa.) Der grausame Mord an dem Serben Milenko M. (58) dürfte geklärt sein. Die Leiche des in Wien wohnhaften Mannes war Ende April von einem Spaziergänger verschnürt in einem Plastiksack im Wienerwald bei Gablitz (Bezirk Wien-Umgebung) entdeckt worden. Der 58-Jährige war durch massive Schläge auf den Kopf getötet worden. Als tatverdächtig gilt ein 61-jähriger Landsmann des Opfers, der die Vorwürfe bestreitet. Er wurde am Montag in Wien festgenommen und befindet sich nun in der Justizanstalt St. Pölten in U-Haft, teilte das Landeskriminalamt (LKA) Niederösterreich am Mittwoch mit.
Milenko M. galt seit 30. März als vermisst. An diesem Tag hätte er den 61-Jährigen in dessen Wiener Wohnung treffen sollen. Bei Befragungen durch die Polizei habe der jetzige Mordverdächtige damals aber angegeben, dass M. nicht wie vereinbart erschienen war, berichtete Leopold Etz von der Mordgruppe des LKA. Dies sei aber im Widerspruch zu späteren Ermittlungsergebnissen gestanden. In der Wohnung des 61-Jährigen sichergestellte Unterlagen hätten ihn ebenso belastet wie Spuren im Kellerabteil - dem möglichen Tatort, Spurenauswertungen stünden laut dem Ermittler aber noch aus - und an der Verpackung der Leiche.
Opfer und Täter dürften einander schon länger gekannt haben, so Etz. Beide hätten nebenberuflich mit Autos zu tun gehabt. "Unter Umständen" könnte auch der Pkw des Getöteten bei dem Verbrechen eine Rolle gespielt haben. Der schwarz lackierte Toyota RAV 4 mit dem Wunschkennzeichen W-VRCIN1 sei nach wie vor verschwunden und könnte von dem Beschuldigten in sein Heimatland verbracht worden sein. Die Beine der Leiche habe man ebenfalls noch nicht gefunden.
Seit Ende März habe sich der Verdächtige zweimal in Serbien aufgehalten. Bei seiner Rückkehr am Montag wurde er auf Anordnung der Staatsanwaltschaft St. Pölten festgenommen. Bisher habe er ausgesagt, mit all dem nichts zu tun zu haben und Belastendes "negiert und ignoriert", sagte der Ermittler. Das Motiv sei daher bis dato nicht bekannt.
(Bild: Die Leiche war im Wienerwald entdeckt worden. Bild: SN/apa (fohringer))
Red Bull muss weiter auf Zulassung in China warten
Mittwoch, 16.Mai 2012.
(Von Sn, Apa.) Anvisiert war der Markteinstieg des Energy-Drinks für das zweite oder dritte Quartal 2011, doch der Antrag wurde immer noch nicht genehmigt, wie das Unternehmen der APA auf Anfrage mitteilte. In Österreich werden indes für die ersten Monate 2012 zweistellige Zuwächse vermeldet.
Verzögerungen beim Verfahren
"Nach wie vor warten wir auf die administrative Erledigung unseres Antrages auf Zulassung von Red Bull Energy Drink in China. Diese soll unmittelbar bevorstehen." Eine fast gleichlautende Antwort hatte Red Bull bereits im September des Vorjahres gegeben. Daher räumte der Getränkehersteller nun auch ein, dass - wie schon in der Vergangenheit - nicht ausgeschlossen werden könne, "dass es aufgrund der Komplexität des Verfahrens zu Verzögerungen kommt".Fokus auf Kernmärkte
Neben dem Einstieg im Land der Mitte will Red Bull den Fokus des Wachstums auf die Kernmärkte Westeuropa und USA sowie auf die Zukunftsmärkte Brasilien, Japan und Indien richten. Im Heimmarkt Österreich war 2011 für Red Bull eigenen Angaben zufolge "das erfolgreichste Jahr seiner Geschichte"; 2012 entwickle sich angesichts zweistelliger Wachstumsraten in den ersten Monaten "noch vielversprechender". 2010 wurden in der Alpenrepublik 161,6 Millionen Dosen verkauft, im Vorjahr waren es 175,3 Millionen. Umsatzzahlen für Österreich wurden nicht genannt.Red Bull Cola liegt hinter Erwartungen
Nicht aufgegangen sind die Pläne des Konzern-Chefs Dietrich Mateschitz mit dem Cola-Getränk "simply Cola". Das 2008 auf den Markt gebrachte Getränk hätte nach etwa drei bis fünf Jahren die Hälfte des Umsatzes erwirtschaften sollen. Tatsächlich zog man sich im Vorjahr aus dem umkämpften US-Markt zurück. Die Frage nach Umsätzen mit Cola beantwortete Red Bull nicht. Bei diesem Getränk "haben wir unsere Investitionen in Deutschland und Österreich gebündelt, und dort entwickelt sich Red Bull Cola äußerst erfreulich", lautete die knappe Stellungnahme.Große Nachfrage bei Special Editions
Vielversprechender entwickeln sich offenbar die Special Editions, die Red Bull im Herbst 2011 in Österreich auf den Markt gebracht hat. Aktuell werden "The Red Edition", "The Blue Edition" und "The Silver Edition" in zahlreichen europäischen Märkten eingeführt. Diese Produkte erfreuen sich nach Firmenangabe "enormer Nachfrage und geben dem Red-Bull-Wachstum 2012 einen weiteren Schub".Nichts ändern wird sich bei Red Bull eigenen Angaben zufolge durch den Tod des Unternehmensgründers Chaleo Yoovidhya. Dieser habe seine Anteile bereits vor seinem Ableben an eine Familienholding übergeben. Und was die Nachfolge des ab nächsten Sonntag (20. Mai) 68 Jahre alten Dietrich Mateschitz betrifft, sei diese seit vielen Jahren geklärt und liege in der Verantwortung eines "Board of Directors": "Alle wichtigen unternehmerischen Teilbereiche sind dadurch in den Händen von langjährigen Mitarbeitern, die sowohl aufgrund ihrer Fachkompetenz als auch aufgrund ihrer persönlichen Integrität das volle Vertrauen aller Gesellschafter genießen."
(Bild: Red Bull will nach China. Bild: SN/robert ratzer)
Inflation ging leicht zurück
Mittwoch, 16.Mai 2012.
(Von Apa.) Wie das EU-Statistikamt Eurostat am Mittwoch mitteilte, gab es auch in der EU-27 mit 2,7 Prozent einen Rückgang. Die niedrigsten jährlichen Raten wurden in Schweden (1,0 Prozent), Griechenland (1,5 Prozent) und Irland (1,9 Prozent) gemessen und die höchsten in Ungarn (5,6 Prozent), Estland (4,3 Prozent) sowie in Polen und Tschechien (je 4,0 Prozent).
Hauptpreistreiber in Österreich waren "Wohnung, Wasser und Energie" mit Preisanstiegen von durchschnittlich 3,4 Prozent. Unterdurchschnittlich entwickelten sich die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke. Hier betrug der Anstieg im Jahresabstand nur 1,7 Prozent. Gegenüber dem Vormonat März stiegen die Preise um 0,4 Prozent.
Der für die Eurozone errechnete harmonisierte Verbraucherpreisindex betrug im April ebenfalls 2,3 Prozent - nach 2,7 Prozent im März und 2,6 Prozent im Februar. Vor allem Restaurants und Hotels, Freizeit- und Kulturdienstleistungen sowie Treibstoffe wirkten sich hier verteuernd aus. Gedämpft wurde der HVPI durch Ausgaben für die Instandhaltung von Wohnungen sowie Versicherungsdienstleistungen, weil sie geringer gewichtet werden als im VPI.
Der Pensionistenpreisindex (PIPH) stieg im April ebenfalls um 2,3 Prozent, nach 2,5 Prozent im März und 2,6 Prozent im Februar. Höhere Preise für Gesundheitspflege, Sozialschutzdienstleistungen sowie Heizöl und Gas ließen den Index stärker steigen als den VPI. Kompensiert wurde dieser Anstieg durch die geringer gewichteten Preisanstiege bei Treibstoffen und Mieten. Zusätzlich dämpften Verbilligungen bei Obst.
(Bild: April-Teuerung bei 2,3 Prozent. Bild: SN/apa (dpa))
"Käsekrainer" darf Namen behalten
Mittwoch, 16.Mai 2012.
(Von Sn, Apa.) Slowenien werde seine landestypische Bezeichnung "Kranjska Klobasa" als geografisch geschützte Angabe eintragen lassen, akzeptierte jedoch, dass Österreich die deutschsprachige Bezeichnung "Käsekrainer" beibehalte, hieß es aus dem Landwirtschaftsministerium auf APA-Anfrage.
Zwischen Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich (V) und seinem Amtskollegen Franc Bogovic habe es nun eine "politische Willensbekundung" gegeben. Vergangenen Freitag war es in Mondsee (OÖ) am Rande einer Konferenz zu einer Aussprache zwischen den beiden Ministern gekommen. Nächste Woche wird eine Expertenkommission in Slowenien zusammenkommen, um eine finale Lösung zu finden.
"Mit dem jetzigen Kompromiss ist allen geholfen", betonte Berlakovich. Die Käsekrainer sei eine österreichische Erfindung mit einer langen Tradition und auch ein relevanter Wirtschaftsfaktor. Ob Österreich sich nun die Bezeichnung "Käsekrainer" schützen lasse werde, wollte man im Ministerbüro vorerst nicht bestätigen.
Auch der slowenische Landwirtschaftsminister zeigte sich einsichtig: "Wir sind beide zu dem Schluss gekommen, dass es sich um zwei verschiedene Produkte handelt", sagte er der slowenischen Nachrichtenagentur STA heute in Brüssel. Die slowenische "Kranjska klobasa" enthalte keinen Käse und bestehe aus mindestens 68 Prozent Schweinefleisch, bis zu 20 Prozent Prozent Speck und 12 Prozent Rindfleisch sowie Salz, Knoblauch und schwarzem Pfeffer.
Das österreichische Patentamt hatte Anfang April davor gewarnt, dass die Annahme der slowenischen Forderung das Ende der hierzulande verwendeten Bezeichnung wie "Krainer" oder "Käsekrainer" bedeuten würde. Damals kündigten Wirtschaftskammer, Landwirtschaftsministerium sowie Experten der Veterinärmedizinischen Universität mit Unterstützung des Patentamtes an, Einspruchsgründe bei der EU-Kommission geltend machen zu wollen. Österreich hat seit Mitte April sechs Monate Zeit den slowenischen Vorschlag zu beeinspruchen. Dafür müssten aber laut Kommission gute Gründe vorliegen.
(Bild: Die „K¨sekrainer“ darf ihren Namen behalten. Bild: SN/APA/HANS KLAUS TECHT)
Baumschnitt: Stadt zeigt Firmen an
Dienstag, 15.Mai 2012.
(Von Sn-marb.) Von Kastanien über Linden und Birken bis zu Hainbuchen: Ein radikaler Baumschnitt in Salzburg-Itzling schlägt hohe Wellen. Die Stadt Salzburg zeigt jetzt die Heimat Österreich und die Spezialfirma an, die den Baumschnitt für die gemeinnützige Wohnbaugesellschaft durchgeführt hat.
"37 Bäume stehen massiv verkrüppelt im gesamten Siedlungsbereich und entlang der Wasserfeldstraße. Das ist ein Skandal", sagt Stadtrat Johann Padutsch (Bürgerliste). Auch wenn man in der Stadt Salzburg für den Baumpflegeschnitt keine Bewilligung brauche, müsse der Rückschnitt von einer befugten Fachfirma fachgerecht erfolgen. "Davon sind wir hier Welten entfernt." Ein zweiter Vorwurf: Der Baumschnitt sei zu spät erfolgt. Normalerweise müsse er im Februar oder spätestens im März passieren - und nicht im April oder Mai.
Eine große Hausverwaltung wie die Heimat Österreich müsse wissen, wen sie mit diesen Arbeiten beauftragen könne und wen nicht, betont Padutsch. "Wir erstatten deshalb sowohl gegen den Auftraggeber als auch gegen die von diesem betraute Firma Anzeige nach dem Naturschutzgesetz und leiten gegen beide ein Strafverfahren ein. Zudem machen wir Mitteilung an die Innung in der Wirtschaftskammer." Die Sanktionen im Naturschutzgesetz reichen von einer Verwarnung bis zu Strafen von paar Tausend Euro.
"Wir sind uns keiner Schuld bewusst. Wir haben eine Fachfirma mit der Arbeit beauftragt. Wenn man eine solche Firma beauftragt, kann man darauf vertrauen, dass sie weiß, was sie tun darf und was nicht", sagt Direktor Karl Huber von der Heimat Österreich.
Der Beschluss für den Baumschnitt sei bei der Versammlung der Wohnungseigentümer gefallen. Die Heimat Österreich als Hausverwalter habe nach Ausschreibung dem Bestbieter den Zuschlag erteilt.
(Bild: Sorgt für Aufregung bei Anrainern: Eine radikal zurück gestutzte Kastanie in der Wasserfeldstraße. Bild: SN//INFO-Z)
Kommentar von Christoph Prantner – Außenpolitik auf Pfiff
Dienstag, 15.Mai 2012.
Ohne Plan, Interessen und Einfluss: Wie Österreich sich im Ausland darstellt